21. September 2021

Platzgestaltung: Der SPD fehlten Infos

Grün, befestigte Flächen, Bäume als Abgrenzung zum Nachbargrundstück und die Bushaltestelle über die Straße in nördlicher Richtung verlegt: So sieht die Variante 7 der Ortsplatzgestaltung in Baar-Ebenhausen an der Martinskirche im Ortsteil Ebenhausen aus. Der Gemeinderat verständigte sich trotz zweier Gegenstimmen (Franz Müller und Hans Endres, beide SPD) nach einstündiger Diskussion darauf, dass diese Planung weiter verfolgt werden solle, das heißt, der Bereich entsprechend der Vorschläge weiter vom gemeindlichen technischen Bauamt ausgearbeitet wird.

Die Alternativen der Platzgestaltung wurden von Architekt Eberhard von Angerer erläutert. Gemeinsam haben diese Varianten, dass ein stärkerer Grünbereich in der Fläche enthalten ist. Unterschiede gibt es dagegen bei der Größe der Fläche, die gepflastert werden soll. In einigen Beispielen sind darüber hinaus größere Wasserbecken vorgesehen, die aus optischen bzw. kosten- und zweckmäßigen Gründen nicht näher in Erwägung gezogen wurden. Überplant wurde der Bereich der Münchener Straße zwischen Kriegerdenkmal und Eschenstraße. Die als Anregung gedachte Variante 7 sieht vor, Kirche und Eiche ins Zentrum des Interesses zu setzen, erklärte von Angerer. Davor sollte – von Norden kommend – der Platz je zur Hälfe begrünt und zur Hälfte gepflastert und mit beispielsweise einem Brunnen und Bänken versehen werden. Am östlichen und westlichen Rand sollte jeweils ein befestigter Weg entlang gehen bzw. der Gehweg verbreitert werden. Im Zuge der Umgestaltung sollte auch die Straßenzufahrt in den Kirchplatz begradigt werden.

Der Bereich der Bushaltestelle sollte begrünt bzw. bei Interesse mit Parkplätzen versehen werden, was von den Gemeinderäten nicht befürwortet wurde. Der neue Haltebereich der Busse würde einige Meter nördlich entstehen, erläuterte von Angerer. Geprüft wird auch die Anregung von Gemeinderat Kurt Mirlach (CSU), den Maibaum auf diesem Platz zu integrieren.

Gemeinderatskollegin Evi Linden (SPD) sprach im Rahmen der heftig geführten Diskussion an, dass man im Zuge der Überplanung in jedem Fall einen Radweg mit berücksichtigen solle. Dies sei, so Architekt von Angerer, bei dieser Planung problemlos möglich, da die Straße ohnehin verengt werden solle.

Zugleich bemängelte die Gemeinderätin, ähnlich wie ihr Parteikollege Franz Müller, dass man die Planungen und Informationen zu kurzfristig erhalten habe und diese weit reichende Entscheidung – schließlich gehe es um eine gehörige Summe – ziemlich unvorbereitet treffen müsse. Die CSU dagegen hatte sämtliche Varianten im Vorfeld vorliegen und konnte diese in der Fraktion diskutieren.

Konkrete Zahlen könnten jedoch erst auf den Tisch kommen, wenn der Gemeinderat selbst sagen würde, was gemacht werden solle und in welcher Ausführung, sagten Ludwig Wayand und Bürgermeister Michael Kolisnek (beide CSU). Allerdings würden sicherlich 2/3 der im Raum stehenden 400 000 Euro allein für die Straßensanierung benötigt. Und die müssten ja in jedem Fall durch geführt werden. In Zusammenhang mit dem unterschiedlichen Kenntnisstan d sprach Wayand von einer Holschuld der jeweiligen Gemeinderäte. Er als CSU-Fraktionsvorsitzender hätte die Unterlagen digitalisiert gehabt und man hätte sie sich jederzeit bei ihm anschauen können.

Für Gemeinderat Franz Müller (SPD) war insbesondere diese mangelnde Information gegenüber der SPD im Vorfeld der Sitzung bzw. die zum jetzigen Zeitpunkt nicht berücksichtigte finanzielle Belastung für die Umgestaltung problematisch. „Mir geht es nicht darum, dass der Bereich rund um die Kirche nicht gestaltet und verschönert werden soll“, so Müller. Nur nicht in einem unbegrenzten finanziellen Rahmen. Auch sollte bei der Neugestaltung und einer Verengung der Straße der Sicherheitsaspekt berücksichtigt werden: Ein über die gesamte Münchener Straße durchgezogener integrierter Geh- und Radweg sei deshalb eigentlich nötig, erklärte Müller. Dieser Teilantrag wurde jedoch mit 2:14 Stimmen abgelehnt.

Auch wäre zu überdenken, ob die Busbucht in Richtung Reichertshofen unbedingt einem Grünstreifen weichen müsse, so dass die Kinder quasi unmittelbar an der Straße aus- bzw. einsteigen müssten. Speziell im Hinblick auf die zukünftige Schulsituation – die Hauptschüler sollen gemäß Landtagsbeschluss bei vorhandenen Räumen komplett in Reichertshofen untergebracht werden – und der dann zunehmenden Fahrschüler sollte dies in jedem Fall überdacht werden.

Auch sei ihm nicht klar, so Müller, warum die Bushaltestelle überhaupt verlegt werden müsste. Wichtig wäre ihm dagegen, dass die komplette Münchener Straße vom Ortsanfang bis zum Ortsende saniert wird. Durch die ewige Diskussion würde das Projekt der Platzsanierung kaputt geredet, bevor es überhaupt begonnen wurde, warf Karl Schrott von den Freien Wählern ein. Da man das Grundstück gekauft habe, war der folgerichtige Schritt, dass man die Fläche auch entsprechend gestalten würde. Sonst hätte man die Alte Schmiede ja gar nicht erst kaufen müssen.

Avatar

SPD Ortsverband Baar-Ebenhausen

Die Sozialdemokratie in Baar-Ebenhausen gibt es bereits seit 1920. Im Kommunalwahljahr feiert der SPD Ortsverband Baar-Ebenhausen damit seinen 100 Geburtstag. In all den Jahren engagieren sich Bürger aus dem Ort konsequent und mit viel Herzblut und Engagement für kommunalpolitische Belange.

Alle Beiträge ansehen von SPD Ortsverband Baar-Ebenhausen →

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.